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Neuer Trick eines alten Hasen, oder wie vermeide ich ein Versäumnisurteil?

Jetzt bin ich 18 Jahre lang als Rechtsanwalt in Wiesbaden tätig. Aber ich muss sagen, man lernt nie aus.

Ich fahre letztens guter Dinge zu einem Gerichtstermin in der Überzeugung, eine positive Entscheidung am Ende der Sitzung zu bekommen. Der gegnerische Rechtsanwalt ist ein netter, älterer Kollege, der für seinen Mandanten aller Voraussicht nach aber nichts mehr retten kann. Schließlich ist die Frist einer möglichen Heilung nach § 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB bereits abgelaufen.

Aber oh Wunder, der gegnerische Kollege erscheint nicht. Ich denke mir „da hätte er wenigstens Bescheid geben können“ und bereite mich schon geistig auf ein Versäumnisurteil vor, als das Gericht feststellt, dass der Kollege zwar das Datum des Erhalts der Ladung auf dem Empfangsbekenntnis vermerkt hat, dieses auf nicht unterzeichnet ist. Die fehlende Unterschrift hatte die Geschäftsstelle des Gerichtes nicht bemerkt.

Ohne Unterschrift, keine Versäumnisurteil.

Am nächsten Tag rief der Kollege mich an, entschuldigte sich, da er den Terminstag verwechselt habe und gerade eben umsonst vor dem leeren Gerichtssaal gewesen sei. Die fehlende Unterschrift sei Zufall gewesen und ihm täte alles furchtbar leid, dass ich tags zuvor umsonst bei Gericht gewartet hätte.

Zwei Zufälle? EB nicht unterzeichnet und Terminstag verwechselt? Oder ein mir neuer Trick um Zeit zu schinden um ohne Versäumnisurteil nochmals die Gelegenheit zu haben zu prüfen, ob vielleicht doch Zahlungen erfolgt waren?

Ich bin dem Kollegen aber nicht böse. Falls es ein Trick war, so war dieser mir neu und wirklich gut.

Hans-Jürgen Salzbrunn, Rechtsanwalt in Wiesbaden

 

Neue Mandanten für die Rechtsanwaltskanzlei – Mögliche Mittel und Wege

Wie komme ich an neue Mandanten als Rechtsanwalt?

Diese Frage stellen sich viele Kollegen, vor allem wenn diese sich frisch selbständig gemacht oder wie ich, aus einer Sozietät ausgestiegen sind und neu durchstarten.

 

Woher kommen meine Mandanten zu mir als Rechtsanwalt?

Nach mittlerweile 5 Jahren nach meinem Ausstieg aus einer Sozietät und  meiner zweiten Neugründung einer Kanzlei in einem anderen Ortsteil schätze ich, dass ca. 40 % der Mandanten durch Internet Suchmaschinen zu mir gefunden haben. Weitere 40 % sind Empfehlungen und ca. 20 % kommen aus der Nachbarschaft oder Werbung in der Ortsteil Zeitung. Überlegen wir, was dies zu bedeuten hat.

 

Die Lage der Kanzlei

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Die elektronische RA-Micro Kanzlei – Mein Weg als Rechtsanwalt

MEIN UMSTIEG ZUR DIGITALEN RECHTSANWALTSKANZLEI IN WIESBADEN

(Ein Beitrag meines altes Blogs, nochmals überarbeitet)

Langsamer Umstieg zur digitalen Aktenbearbeitung mit RA Micro – Mein Weg

Vor nunmehr 12 Monaten fing ich an, konsequent die gesamte Eingangspost ein zu scannen und zusammen mit aktenbezogenem E-Mail Verkehr in der RA Micro E-Akte zu speichern. Ziel war es, eingehende Telefonate mit Mandanten und gegnerischen Kollegen direkt bearbeiten zu können, ohne erst zum Aktenschrank laufen zu müssen. Ebenso wollte ich als Rechtsanwalt in Wiesbaden bei Aktenablage weniger Papier ablegen und im Falle einer Nachfrage zu einer alten Akte nicht mehr in meinen Keller laufen müssen.

 

Die Handakten des Rechtsanwalts – Rechtliches

Nach § 50 BRAO hat der Rechtsanwalt Handakten für die Dauer von 5 Jahren nach Beendigung des Auftrages aufzubewahren. Diese Verpflichtung erlischt jedoch bereits vorher, wenn der Rechtsanwalt den Auftraggeber auffordert, die Handakten in Empfang zu nehmen und der Auftraggeber nicht binnen 6 Monaten dieser Aufforderung nachgekommen ist.

Unter Handakten im Sinne dieser Bestimmung sind nur die Schriftstücke zu verstehen, die der Rechtsanwalt aus Anlass seiner beruflichen Tätigkeit von dem Auftraggeber oder für ihn erhalten hat, nicht aber der Briefwechsel zwischen dem Rechtsanwalt und seinem Auftraggeber und die Schriftstücke, die dieser bereits in Urschrift oder Abschrift erhalten hat. Entsprechendes gilt, soweit sich der Rechtsanwalt zum Führen von Handakten der elektronischen Datenverarbeitung bedient (§ 50 Abs. 2, 4 und 5 BRAO).

 

Meine Vorgehensweise zum langsamen Umstieg zur elektronischen Aktenführung als Rechtsanwalt:

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Jetzt als Rechtsanwalt schon komplett auf die Papierakte verzichten?

Warum eine elektronische Akte?

Also eine elektronische Akte ist schon eine feine Sache. Der Mandant ruft an und hat Fragen zu verschiedenen Akten und man kann diese sofort beantworten, ohne an den Aktenschrank laufen zu müssen. Auch bei Gericht ist es nett. Man hat die Akte auf dem iPad und alle Schreiben sind anhand der Beschreibung und des Datum sofort auffindbar.

 

Die RA-Micro go App

Aber……… RA Micro hat mit der Go App tolle Möglichkeiten geschaffen, wenn Sie denn bereits fehlerfrei funktionieren würden. Und genau da liegt das Problem.  Die alte Lösung mit der Übertragung unverschlüsselter pdf Dateien,  gepackt als ZIP Archiv funktionierte eigentlich wunderbar. Brauchte man eine Akte so konnte man diese per Hand über itunes in die alte App übertragen.

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Homeoffice für Rechtsanwälte – Möglichkeiten

Welcher Kollege kennt es nicht. Man ist zu Hause und es fällt einem noch etwas zu einer Akte ein, was man nachschauen oder prüfen möchte.

Hierfür gibt es für mich als RA-Micro Nutzer verschiedene Wege:

1. Der teure und optimale Weg zum Heimarbeitsplatz für Rechtsanwälte

RA Micro bietet einen RA Micro Win Go Arbeitsplatz an. Dabei soll es sich um einen mobilen Arbeitsplatz handelt, der sich mit dem Kanzlei Server synchronisiert. Das ganze ist eine gute Lösung, die aber auch bezahlt werden will. Ein Abo kostet wohl so 24 Euro im Monat, um dies zu nutzen. Wer dies oft  – auch mobil von unterwegs – nutzt, bestimmt eine tolle Lösung. Ich habe Sie allerdings bislang nicht ausprobiert.

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Test des Dokumentenscanners Kodak i2420 in meiner Rechtsanwaltskanzlei

Der Einstieg in die elektronische RA Micro Akte erfordert einen Scanner, der die tägliche Post, aber auch Ermittlungsakten ohne Probleme scannt.

Hierbei habe ich mich für den Kodak Amaris i2420 entschieden.

Warum den Kodak i2420 ?

Meine Vorgabe war ein besonders sicherer Papiereinzug. Hier konnte bereits das Vorgängermodell in diversen Tests sehr gut abschneiden. Kodak wurde mir auch wenn einer Firma die sich auf Dokumentenscanner spezialisiert hat für diese Zweck empfohlen.

Während der Vorgängermodell einen Vorlageneinzug von 50 Blatt besitzt, hat der Nachfolger i2420 einen ADF von 75 Blatt.

Hier mein Test auf Youtube:

Ich arbeite nunmehr seit zwei Wochen mit dem Scanner und ich hatte noch keinen einzigen Papierstau. Respekt. Da kann mein günster Brother ADS-2100 nicht mithalten. Etwas dicker, oder etwas geknickt, oder gemischte Vorlagen verursachen hier mit 90 % iger Wahrscheinlichkeit einen Papierstau. Nicht so beim Kodak

Mein Ziel ist es, langsam auf eine komplett elektronische Akte umzusteigen. Meinen Weg beschreibe ich hier  Mein Weg zur elektronischen Anwaltskanzlei

Übrigens: Wie eigentlich alle echten Dokumtenscanner ist es auch möglich, eine Akte mit 200 Seiten einzuscannen. Dazu gibt es in der Scan Software die Möglichkeit einen Haken bei der Option zu setzen, dass neue Seiten angefordert werden, wenn der Dokumenteinzug leer ist.

Ich scanne dann so ca. 50-60 Seiten ein, sind diese gescannt fragt der Scanner „Weitere Seiten?“ die ich dann in den Einzug legen kann. So kann ich in Schritten von bis zu 75 Blatt auf einmal auch große Akten komplett einscannen.

 

Hans-J. Salzbrunn, Rechtsanwalt